Kurz: Bis zwei Monate Überschreitung kein Bußgeld, aber HU sofort nachholen. Ab zwei Monaten Überschreitung sind 15 bis 60 Euro Bußgeld fällig. Ab acht Monaten kommt ein Punkt in Flensburg dazu. Versicherungsrechtlich kann es bei Unfall eng werden. Wir kriegen Sie an einem unserer Prüf-Tage durch.
Die Fristen genau
Auf der hinteren Kennzeichen-Plakette sehen Sie Monat und Jahr der nächsten fälligen HU. Fällig ist der Monat, der dort steht. Eine offizielle Karenz gibt es nicht - der TÜV ist mit Ablauf des Monats abgelaufen.
Wichtig: Die HU darf bei Pkw maximal 24 Monate zwischen zwei Terminen liegen. Wohnmobile über 3,5 bis 7,5 t müssen in den ersten sechs Jahren alle 24 Monate und danach jährlich zur HU; über 7,5 t sowie Anhänger über 3,5 t jährlich. Wer früher prüft, verkürzt damit nicht den Folge-Termin - die Zwei-Jahres-Frist läuft trotzdem vom Prüfdatum weg.
- Bis 2 Monate Überschreitung: keine Strafe, aber HU sofort nachholen
- 2 bis 4 Monate: 15 Euro Verwarnungsgeld
- 4 bis 8 Monate: 25 Euro Bußgeld
- Ab 8 Monaten: 60 Euro Bußgeld plus 1 Punkt in Flensburg
- Fahren mit deutlich überzogener HU gilt als Ordnungswidrigkeit
Was im Ernstfall passiert
Bei einer Polizeikontrolle ist die abgelaufene HU sofort sichtbar. Bei einem Unfall mit eigener Schuld kann die Versicherung argumentieren, dass das Fahrzeug technisch nicht verkehrssicher gewesen wäre. Im schlimmsten Fall reduzierte Leistung der Vollkasko oder Regress in der Haftpflicht.
Konkret: Die Haftpflichtversicherung zahlt zwar weiterhin den Schaden des Unfallgegners (gesetzlich vorgeschrieben), kann aber vom Versicherungsnehmer einen Teil zurückfordern - sogenannter Regress. Voraussetzung ist allerdings, dass der technische Mangel den Unfall mitverursacht hat; die abgelaufene Plakette allein genügt dafür nicht. Im Einzelfall kann eine solche Rückforderung aber deutlich teurer werden als jede HU.
Wir hatten letztes Jahr einen Kunden mit Auffahrunfall und 14 Monate abgelaufenem TÜV. Versicherung hat 3.500 Euro Regress gefordert. Das wären zwei HU-Termine zum Bruchteil des Preises gewesen.
Wie es bei uns schnell geht
Wir haben KÜS dienstags und freitags im Haus und TÜV Rheinland mittwochs. Andere Tage organisieren wir auf Anfrage. Sie rufen an, wir nennen einen Termin innerhalb der nächsten 2 bis 3 Werktage. Bei kleineren Mängeln beheben wir das im selben Termin - Sie fahren mit neuer Plakette nach Hause.
Was Sie mitbringen: Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I), falls vorhanden der alte HU-Bericht. Den Rest macht der Prüfer mit dem Fahrzeug. Die HU dauert etwa 30 bis 45 Minuten - Sie können bei uns warten oder den Schlüssel hinterlassen.
5 Tage
in der Woche bieten wir HU an - direkt im Haus, ohne Umweg zum TÜV
Was bei der HU geprüft wird
Die HU prüft über 150 Punkte am Fahrzeug. Schwerpunkte sind Sicherheit, Umwelt und Verkehrstauglichkeit. Wichtige Bereiche:
- Bremsen (Wirkung, Verschleiß, Hydraulik)
- Beleuchtung (Einstellung, Funktion, Streuscheiben)
- Achsen, Fahrwerk, Lenkung (Spiel, Korrosion, Stoßdämpfer)
- Reifen (Profil, Schäden, Übereinstimmung mit Papieren)
- Karosserie (durchgerostete tragende Teile)
- Abgase (AU - jetzt Teil der HU)
- Insassenschutz (Gurte, Airbags-Selbsttest)
Mängel - was bedeuten die Stufen?
Der Prüfer bewertet jeden Mangel nach vier Stufen: geringfügig, erheblich, gefährlich, verkehrsunsicher.
Geringfügige Mängel werden notiert, Sie bekommen die Plakette trotzdem - sollen aber bei der nächsten Wartung behoben werden. Erhebliche Mängel müssen vor Plakettenvergabe beseitigt werden. Bei gefährlichen Mängeln gibt es eine Nachprüfungs-Frist von 30 Tagen. Verkehrsunsicher heißt: Das Fahrzeug darf nicht mehr bewegt werden, Stilllegung droht.
Unser Fazit
Termin nicht vergessen: Auf der Plakette steht der Monat. Lieber zwei Wochen vorher Termin machen als hinterher Bußgeld zahlen - oder im schlimmsten Fall Regress nach einem Unfall. Wir machen HU an 5 Tagen die Woche.
Über den Autor
Jürgen Kaminski
Inhaber PK Service Meisterwerkstatt, zweite Generation der Familie Kaminski im Kfz-Handwerk. Gelernter Koch und Kfz-Meister. Schreibt seit 2026 hier, was er im Werkstatt-Alltag wirklich erlebt.
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